Wir haben selbst noch viele Fragen zum Thema Müll im Kiez. Auf diese haben wir Antworten.

Gut zu Wissen

Wenn man sich mit dem Thema Müll im Kiez auseinandersetzt, wie er entsteht, wie man ihn vermeiden kann und warum es so schwer ist den Kiez sauber zu halten, merkt man schnell, dass es nur auf wenige Fragen einfache Antworten gibt. Die Antworten, die wir gefunden haben, wollen wir hier teilen.

Warum ist der Donaukiez so vermüllt??

Die Gründe sind vermutlich so vielfältig wie der Kiez und eine einfache Erklärung wird sich kaum finden lassen. Am Ende sind es wir, die Bewohner und Besucher unseres Kiezes, die von der Zigarettenkippe bis zum ausrangierten Sofa Ihren Müll in den Straßen hinterlassen.

Wo schon viel Müll ist, kommt schnell neuer Müll hinzu. Touristen kommen zum Party machen nach Berlin, AirBnB Nutzer wissen nicht wo der Müll zu entsorgen ist, dazu kommt Obdachlosigkeit und kriminelle Entsorgung von Sperrmüll durch Gewerbetreibende, die den Entsorgungsgebühren entgehen wollen. Dem entgegen steht eine Entsorgungsunternehmen, die BSR, deren Reinigungsleistung nicht transparent dokumentiert und kontrolliert wird und die durch die schiere Menge des Müllaufkommens an Ihre Grenzen gebracht wird.

Wer ist für die Müllreingung in Neukölln zuständig?

Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe, kurz BSR, wurden vom Senat mit der Straßenreinigung gemäß bestimmter Reinigungsklassen betraut. Der aktuelle Vertrag der BSR läuft seit 2016 und ist noch weitere vier Jahre gültig.

Der Donaukiez wird von der Gruppe 16 des BSR-Betriebshofs an der Rollbergstraße (Rollberghof) gereinigt. Ihr Einsatzgebiet ist allerdings viel größer: Es liegt zwischen der Sonnenallee und der Karl-Marx-Straße, beziehungsweise Richardstraße und reicht vom Hermannplatz bis zur Treptower Straße und zum S-Bahnhof Sonnenallee. Das Team besteht aus sechs Beschäftigten in der Handreinigung sowie zwei Beschäftigten auf einem Kehrfahrzeug.

Welchen Einfluss hat die Politik?

Das wissen wir auch noch nicht so recht. Immerhin schient das Thema parteiübergreifend relevant zu sein. Grüne, SPD und Linke waren selber mit Clean-ups, teilweise im Rahmen der Aktion "Berlin räumt auf", in und rund um unseren Kiez aktiv. Wirksame politische Einflussnahme muss aber sicherlich weitergehen als dieses eher symbolische Engagement.

Wie man allerdings durch politische Einflussnahme eine bessere Transparenz und Kontrolle der Reinigungsleistung der BSR erwirken kann, ist für uns noch unbeantwortet. Für das Jahr 2030 werden die langjährigen Verträge für die Reinigung des Berliner Straßenlandes neu ausgeschrieben, eine Möglichkeit für die Politik Einfluss zu nehmen.

Was sind Reinigungsklassen und welche gibt es in meinem Kiez?

Die Reingungsleistung der BSR ist je nach Abschnitt und Kiez in bestimmte Reinigungsklassen aufgeteilt worden. Insgesamt gibt es 4 unterschiedliche Reinigungsklasen, wobei die Reinigungsklassn 1 und 2 noch einmal in 1a/1b und 2a/2b aufgeteilt sind. Über die Reinigungsklassen wird die Häufigkeit der Reinigung pro Woche definiert, abhängig davon wie stark der jeweilige Kiez frequentiert ist. Dabei gilt Reinigungsklasse 1a, hohes Müllaufkommen, häufige Reinigung. Reinigungsklasse 4, geringes Müllaufkommen, seltene Reinigung. Du willst wissen wie oft bei Dir gereinigt werden sollte? Die Morgenpost hat dazu eine interaktive Karte erstellt und zugehörige Infos aufbereitet.

Die Donaustraße mit viel Gastronomie und Shoppingverkehr ist in zwei Reinigungsklassen eingeteilt: Im Abschnitt von der Ganghofer Straße bis zur Schönstedtstraße rund um das Rathaus gilt die Reinigungsklasse 1b, also die zweithöchste, in der 7 mal pro Woche gereinigt werden soll. Ansonsten gilt die Reinigungsklasse 2b, die immerhin auch noch 5 mal pro Woche gereinigt werden sollte. Mehr Info zur gesetzlichen Grundlage hier: "Verordnung über die Straßenreinigungsverzeichnisse und die Einteilung in Reinigungsklassen".

Wer kontrolliert die Reinigungsdurchführung?

Ob die vorgeschriebene Reinigungsleistung tatsächlich eingehalten werden, wird weder vom Neuköllner Ordnungsamt noch vom Senat systematisch kontrolliert. Die BSR dokumentiert ihre Einsätze zwar intern in sogenannten Wochenberichten. Darin wird jedoch lediglich vermerkt, dass ein Straßenabschnitt gereinigt wurde – nicht, mit welchen Mitteln, in welchem Umfang und mit welchem Ergebnis.

Die BSR erfüllt ihre gesetzlich übertragene Aufgabe in eigener Verantwortung und unterliegt keiner Fachaufsicht durch den Senat, sondern lediglich dessen Rechtsaufsicht. Kurz gesagt: Wie häufig gereinigt werden soll, ist genau festgelegt – in unserem Kiez: tatsächlich in jeder Straße fünf bis zehn Mal pro Woche. Ob tatsächlich entsprechend gereinigt wird, kontrolliert niemand systematisch.

Wo kann ich Sperrmüll los werden?

Private Haushalte können Ihren Sperrmüll kostenlos bei den Berliner Recyclinghöfen abgeben. Eine kostenpflichtige Abholung is ebenfalls möglich. Berliner Recyclinghöfe der BSR. Ansonsten bietet die Initiative Null Müll Neukölln immer wieder Sperrmülltage in verschiedenen Neuköllner Kiezen an: Sperrmülltage Null Müll Neukölln.

Wo kann ich Sperrmüll melden?

Ein weiterer Umzug, eine weitere illegale, gewerbliche Entsorgung von Sperrmüll und Sofas, Bettkästen, Kommoden und viele Dinge mehr landen auf unseren Gehsteigen oder wurden an den nächsten Straßenbaum gelehnt. Das nervt. Dein täglicher Helfer im Kiez kann wie bei uns die Ordnungsamt App oder Website werden: Foto machen, Fundort benennen, Müllablagerung melden. Das Ordnungsamt beauftragt dann die BSR zur Entsorgung. Das geht nicht immer schnell, aber ist allemal eine Option. Sperrmüll melden.

Wo kann ich Altkleider im Kiez entsorgen?

Hier die Tipps vom Quartiersmanagement

Kleiderabgabe im Donaukiez

Was kann ich gegen die Vermüllung des Donaukiezes tun?

Wir sind überzeugt, dass wir als Community der Vermüllung etwas entgegen setzen können. Es beginnt im Kleinen, in der eigenen Hausgemeninschaft, im Gespräch mit den Gastronomen vor Ort oder durch die Meldung von Sperrmüll über die Ordnungsamt APP. Komm zu unseren Donaukrake Cleanups und vernetze Dich mit anderen in Deiner Nachbarschaft.

Und was macht das Ordnungsamt?

Beim Thema Müll spielt das Ordnungsamt in unserem Kiez bislang eher eine Nebenrolle – gesehen haben wir es jedenfalls selten. Mehr als 21.000 gemeldeten Müllablagerungen standen 2025 in Neukölln gerade einmal 67 erwischte und mit Bußgeldern belegte Verursacher gegenüber. Die neuen Bußgelder sind ziemlich scharf – nur richtig treffen müssten sie noch. Trotzdem: Müll melden lohnt sich, am besten über die Trash-Cam oder die Ordnungsamt-App.

Weitere Gedanken zum Thema Müll

Wo viel Müll liegt, kommt mehr Müll hinzu. Zigarettenkippen in Baumscheiben belasten das Grundwasser und die Gesundheit der Straßenbäume. Nicht achtlos wegwerfen. Sperrmüll muss nicht auf die Straße, man kann ihn kostenlos entsorgen und wenn man kein Auto hat kann die Nachbarschaft helfen oder ein kostenloses Lastenrad.

Warum den Kaffee to GO? Verweile doch ein bisschen im Kaffee und fühle Dich wie ein Italiener. Alles was nur einmal verwendet wird ist teuer produzierter Müll, der auch auf unseren Straßen landet. Sauber ist super.